Abhängigkeit beim Paar
emotionale Abhängigkeit - Copyright: Vertolet bigstockphoto

Emotionale Abhängigkeit ist ebenso eine Sucht, wie Alkoholismus oder das Verlangen nach anderen Drogen. In diesem Fall spielt eine Person in Deinem Leben eine große und übermächtige Rolle. Solche Beziehungen sind problematisch. Sie nehmen Dir ein Stück Deiner Selbstständigkeit und zwängen Dein Gegenüber in einen Käfig, aus dem er mit Sicherheit auszubrechen versucht.

Trennung trotz Liebe
Trennung trotz Liebe? Copyright: digitalista bigstockphoto

5 Schritte um emotionale Abhängigkeit zu überwinden

Wie bei jeder anderen Suchterkrankung ist auch das Überwinden emotionaler Ketten eine echte Herausforderung. Letztlich begibst Du Dich in ein persönliches Gefängnis, dass Deine Seele langsam und schleichend immer weiter einengt. Die Gründe eines solchen Verhaltens sind mannigfaltig und hat viele Namen.

  • Eifersucht
  • Schlechte oder falsche Erfahrungen in der Vergangenheit
  • Gewalt

Während bei Gewaltanwendung, die zu einer emotionalen Abhängigkeit aus Angst führen kann, professionelle Hilfe gesucht werden muss, können Gründe wie Eifersucht oder die schlechten Erfahrungswerte Deiner Vergangenheit mit einem festen Willen und der Bereitschaft loszulassen auch häufig ohne Therapie überwunden werden. Die fünf Schritte dafür findest Du in den folgenden Zeilen.

Finde heraus, was Dich bewegt!

Es ist das A und O zu wissen, warum Du emotional abhängig bist. Wurdest Du in einer früheren Beziehung betrogen, und hast Angst, dass es jetzt wieder passiert? Oder siehst Du jeden Menschen als Bedrohung für Dein eigenes Glück? Macht es Dich traurig oder gar wütend, wenn andere Menschen sich für Deinen Partner interessieren?

Bei der Beantwortung dieser Fragen musst Du ehrlich zu Dir selbst sein. Das ist schwieriger als Du glaubst, denn nur allzu oft spielen wir uns selbst etwas vor und reden uns ein, dass unsere Wahrnehmung auch der Realität entspricht.

Doch das ist nicht immer der Fall. Unser Gehirn ist sehr wohl in der Lage, uns auszutricksen. Du jedoch kannst diese Tricks entlarven, wenn Du hart mit Dir selbst ins Gericht gehst.

Gestehe Dir die Abhängigkeit ein!

Es ist falsch zu glauben, dass eine emotionale Abhängigkeit ohne Dein Zutun entstehen kann. Akzeptiere, dass es sehr wohl von Dir ausgeht, was passiert. Du bemerkst emotionale Abhängigkeit recht leicht, obwohl sie sich heimlich in Deine Gedanken einnistet.

Meist beginnt es damit, dass Du den Freundeskreis, den Du vor Deiner jetzigen Beziehung hattest, vernachlässigst, um Dich für Deine neue Liebe zur Verfügung zu halten. Nichts und niemand in Deinem Leben spielt eine größere Rolle als diese neue Partnerschaft.

Die Gesellschaft alter Freunde wird für Dich zur Belastung und Du vermeidest sie, denn Du könntest ja in dieser Zeit mit Deinem Partner zusammen sein. So entfernen sich Deine Freunde immer weiter von Dir, ohne dass Du es wirklich wahrnimmst. Als Nächstes beginnst Du, das Objekt Deiner Begierde zu kontrollieren.

Du schreibst unzählige Nachrichten via Handy und checkst praktisch jede Sekunde, ob er oder sie bereits geantwortet hat. Du ärgerst Dich maßlos über verzögerte Antworten. Diese Thematik wird irgendwann zu einem Streitgespräch führen, dass muss Dir an diesem Punkt klar sein.

Wenn Dein Partner einmal mit Freunden ausgeht, drehen sich Deine Gedanken nur darum, was er gerade tut, oder ob potenzielle Konkurrenten gerade versuchen, einen Keil zwischen Euch zu treiben. Ein weiterer Streit steht an, soviel ist sicher.

Eine emotionale Abhängigkeit übernimmt langsam die Kontrolle über Dich, Deine Gefühlswelt und Dein ganzes Leben. Das geht manchmal so weit, dass Du heimlich das Handy Deines Partners kontrollierst, oder ihm sogar heimlich nachgehst und beobachtest. Spätestens hier musst Du es Dir eingestehen: Hier stimmt was nicht! Mit dieser Erkenntnis ist der erste Schritt in die richtige Richtung getan.

Übernimm endlich wieder die Kontrolle!

Wenn Du erkannt hast, dass es so nicht weitergehen kann, setzt Du Dich am Besten einmal hin, und gehst in Dich. So kann es nicht weitergehen, denn wenn etwas eine Beziehung zerstören kann, dann das ständige Klammern und Misstrauen, das Dich umgibt. Du musst Dein Leben wieder in die Hand nehmen, und darfst den Zwängen der Kontrolle nicht weiter nachgeben. Dein Partner hat sein Handy achtlos liegen lassen? Gehe daran vorbei, es gibt hier nichts für Dich zu sehen.

Du lauschst den überschwänglichen Geschichten über Kollegen und Freunden Deines geliebten Menschen? Höre genau hin und freue Dich mit Deinem Lieblingsmenschen über die Kontakte und Erfahrungen, die er mit anderen Leuten gesammelt hat. Und wenn Du erfährst, dass Deine Liebe einen Abend mit Freunden verbringen möchte, dann wünsche doch einfach viel Spaß.

Erlaube es Deiner Beziehung zu wachsen, sich zu entfalten und zu atmen. Traute Zweisamkeit ist so viel schöner, wenn es diese gewisse Freiheit darin gibt, die das Vertrauen stärkt und die Gefühle weiter wachsen lässt.

Lebe Dein Leben!

Du hast auch Freunde und Interessen, nicht wahr? Akzeptiere, dass Du in einer Beziehung nicht alle Hobbys Deines Partners teilen musst. Geht Dein Lieblingsmensch gerne zu Fußballspielen mit Freunden, während Dich dieser Sport absolut kalt lässt? Dann lasse ihn einfach alleine zum Stadion gehen.

In dieser Zeit kannst Du etwas für Dich tun. Triff Dich mit Deinen Freunden oder gönne Dir ein wenig Entspannung mit einem guten Buch. Du magst gerne die Oper, aber Dein Partner interessiert sich nicht die Bohne dafür? Das sollte kein Problem sein, denn er muss Dich nicht begleiten.

Nimm doch einfach die Person mit, die Dich auch vor Deiner Beziehung begleitet hat, und genieße ein paar besondere Momente allein. Die Welt geht nicht unter, nur weil Du und Dein Partner auch mal alleine etwas unternehmt.

Rede doch einfach darüber!

Du hast Zweifel daran, dass Deine Gefühle erwidert werden? Du denkst, Du würdest hintergangen und siehst jedes Gespräch Deines Partners mit Anderen als potenziellen Flirt? Vielleicht solltest Du ganz einfach darüber reden.

Denn die Fähigkeit über Ängste zu reden zeichnet eine gute Beziehung aus. Vielleicht kann Dein Partner Deine Ängste ganz einfach zerstreuen? Manchmal basieren unangenehme Momente einfach auf Missverständnissen, die aufgeklärt werden müssen. Erst wenn Du Dich öffnest, kannst Du Deine Beziehung als gut und gesund einstufen.

Es mag nicht immer einfach sein, eine emotionale Abhängigkeit zu überwinden, aber die Mühe ist es in jedem Fall wert. Denn nichts ist schöner als die Erfüllung in einer vertrauensvollen Partnerschaft zu spüren, und sich mit dem Partner zu freuen, wenn es ihm gut geht.