Die besten 30 Zitate von Alfred Adler und ihre Bedeutung

Alfred Adler bedeutende Worte der Individualpsychologie:

Alfred Adler war ein österreichischer Psychologe und Psychotherapeut, der die Individualpsychologie begründete. Seine Lehren wirkten sich auf die Entwicklung der Psychologie grundlegend aus. Sie beeinflussten mehrere psychotherapeutische Schulen, darunter jene von Abraham Maslow, Viktor Frankl und Albert Ellis. Adlers Schriften nahmen mehrere Ansichten der Neopsychoanalyse vorweg. Daher verwundert es nicht, dass auch Zitate von Alfred Adler Bezug auf die Entwicklung der Persönlichkeit nehmen.

Alfred Adler, Psychologe – Bedeutende Worte und Zitate


Wer war Alfred Adler?

Alfred Adler war ein Psychotherapeut und Arzt aus Österreich. Er kam aus einer jüdischen Familie und trat im Jahr 1904 zum Protestantismus über. Alfred Adler ist der Begründer der Individualpsychologie.

 

1. Das Minderwertigkeitsgefühl bedarf der Kompensation durch Hinwendung zur Gemeinschaft.

Die Individualpsychologie begreift den Menschen als soziales Lebewesen. Sie versucht, sein Denken und Fühlen aus sozialen Beweggründen zu verstehen. In diesem Zitat spricht Adler von einem Gefühl der Unvollständigkeit, das den Menschen in die Gesellschaft treibt. Dieses Minderwertigkeitsgefühl entsteht beispielsweise durch das Alleinsein. Dementsprechend hilft uns die Hinwendung zur Gemeinschaft, uns stark und wertvoll zu fühlen.

2. Der neurotische Charakter ist unfähig, sich der Wirklichkeit anzupassen, denn er arbeitet auf ein unerfüllbares Ideal hin.

Leiden Menschen an Neurosen, strebt die Psyche deren Befriedigung an. Die Wirklichkeit rückt in den Hintergrund. Die vollständige Befriedigung neurotischer Verhaltensweisen zeigt sich laut Adler unmöglich. Unter Umständen kommen bei diesem Versuch weitere Hindernisse – in Form neurotischer Störungen – hinzu. Arbeitest Du auf ein unerfüllbares Ziel hin, verlierst Du die Realität aus den Augen. Das betrifft nicht nur neurotische Charaktere. Unter Umständen fokussieren wir uns auf eine nicht erfüllbare Aufgabe, die uns Kraft raubt und damit unsere Lebensqualität schmälert. Um das zu verhindern, müssen wir herausfinden, welche Anstrengung sich im Leben lohnt und wann wir vor einer Sisyphusarbeit stehen.

3. Überempfindlichkeit ist Ausdruck eines Minderwertigkeitsgefühls.

Fühlen sich Menschen in Bezug auf ihre Person oder einen Teil ihrer Persönlichkeit minderwertig, gehen sie in eine Abwehrreaktion. Sie reagieren aggressiv oder beleidigt, wenn ein Dritter sie auf den vermeintlichen Makel anspricht. Fühlst Du Dich bei einer Kritik persönlich angegriffen, überlege, ob die verletzten Gefühle aus einem Minderwertigkeitsgefühl resultieren.

4. Wir können uns in nur in vierzehn Tagen von unseren Depressionen befreien, wenn wir uns nur jeden Tag überlegen, wie wir anderen helfen können.

Anderen zu helfen, löst in sozialen Wesen ein Glücksgefühl aus. Wir fühlen uns gebraucht und leben in der Gemeinschaft auf.

5. Das Streben nach Macht ist zutiefst menschlich. Es war unabdingbar für die menschliche Evolution, den Fortschritt. Es ist in unseren Genen grundgelegt und wird durch soziales Lernen verstärkt. Schon als Kleinkinder wollen wir unseren Willen durchsetzen und das Sagen haben.

In seiner Individualpsychologie versucht Adler, das menschliche Verhalten im sozialen Kontext zu erklären. Streben wir nach Macht – physisch oder emotional – versuchen wir, eine Situation unter unsere Kontrolle zu bringen. Für das Vorankommen des Individuums erweist sich dieses Vorgehen als ausschlaggebend. Die Menschheit hätte sich nicht weiterentwickelt, wäre sie unfähig gewesen, die Umwelt ihren Bedürfnissen anzupassen. In der Gemeinschaft erhält die Balance zwischen Macht und sozialem Lernen Relevanz. Andernfalls streben wir eine Diktatur an.

6. Die Beziehungen der Liebe gestalten sich nicht plötzlich, sondern zeigen eine lange Vorbereitung. Die erotische Bindung ist zwischen den Menschen immer vorhanden, es bedarf aber gewisser Bedingungen, um sie als Liebe fühlbar und sichtbar zu machen.

Der Unterschied zwischen Lust und Liebe spielt in der Individualpsychologie eine Rolle.

7. Wir sollten lernen, mit den Augen des Kindes zu sehen, mit den Ohren des Kindes zu hören, mit dem Herzen des Kindes zu fühlen.

Die Welt mit Kinderaugen – mit den Augen der Unschuld zu betrachten – hilft uns, die Harmonie in der Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Kinder besitzen einen Sinn für Gerechtigkeit, den wir im Erwachsenenalter zunehmend unterdrücken. Beispielsweise geschieht dies aus Angst vor sozialen Konsequenzen oder dem Vorzug individueller Interessen.

8. Es gibt im Leben und in der Entwicklung des Menschen nichts, was mit solcher Heimlichkeit ins Werk gesetzt wird, wie die Errichtung des Persönlichkeitsideals.

Zahlreiche Zitate von Alfred Adler beziehen sich auf die Persönlichkeitsentwicklung. Diese beeinflussen wir zum Großteil eigenständig. Welches Ideal wir anstreben, können wir anderen Menschen nicht erklären.

9. Frag nicht, was das Leben Dir gibt, frag, was Du gibst.

Menschen, die erwarten, dass sich das Leben ihren Bedürfnissen anpasst, neigen zu unreifem Verhalten. Übernimmst Du die Verantwortung für Dein Handeln, erhältst Du die Kontrolle und beeinflusst Deine Umgebung. Durch Deine Stärken stärkst Du auf die Weise die Gesellschaft.

10. Prinzipien kann man leichter bekämpfen als nach ihnen leben.

Vielen Menschen fällt es leicht, sich gegen Prinzipien zu stellen und deren Schwachpunkte zu finden. Schwerer ist es, nach ihnen zu leben. Hierbei spielt die Selbstdisziplin eine tragende Rolle.

11. Von den dichterischen Kunstwerken, die uns Führer waren zu den Erkenntnissen der Individualpsychologie, ragen als Gipfel hervor: Märchen, die Bibel, Shakespeare und Goethe.

Mehrere Werke inspirierten Adler bei der Begründung der Individualpsychologie. Hauptsächlich handelt es sich um Werke, die den Menschen und sein Verhalten im sozialen Umfeld in den Mittelpunkt stellen. Beispielsweise erhält in Märchen der Kampf Gut gegen Böse Relevanz.

12. Wer mit den Augen eines anderen sehen, mit den Ohren eines anderen hören und mit dem Herzen eines anderen fühlen kann, der zeichnet sich durch Gemeinschaftsgefühl aus.

In einer Gesellschaft erweisen sich Empathie und Mitgefühl als ausschlaggebend. Versetzt Du Dich in einen Deiner Mitmenschen, verstehst Du seine Motivation im Leben.

13. Es wird jedem einleuchten, dass jede Verstärkung des Strebens nach persönlicher Macht der Entfaltung des Gemeinschaftsgefühls Abbruch tut.

Obgleich Adler das Streben der Macht als menschlich beschreibt, zeigt er die Gefahr dieses Handelns auf. Versucht der Mensch, Macht über andere zu übernehmen, schmälert er das Gemeinschaftsgefühl.

14. „Überkompensation“ des „Minderwertigkeitsgefühls“ führt zu Ehrgeiz, Herrschsucht, Machtstreben. Oberstes Ziel ist das „Gemeinschaftsgefühl“. Scheitert die „Kompensation“, folgt Absinken in die Geisteskrankheit.

Das Minderwertigkeitsgefühl sah Adler als einen Hauptantrieb des Menschen an. Die Kompensation in kleinem Maß führt zu positiven Ergebnissen: dem Hinwenden zur Gemeinschaft und Ehrgeiz. Sobald wir überkompensieren, versuchen wir eigene Zweifel durch Machtgefühle zu ersetzen. Dementsprechend entscheidet das Maß, wie wir mit einer Situation umgehen.

15. Ein in der Kindheit entwickelter Minderwertigkeitskomplex wird mit dem Streben nach Macht überkompensiert. Macht erhöht uns, stellt uns über alle anderen. Ein wesentlicher Antrieb zur Macht liegt im Drang zur Selbstverwirklichung.

Laut Adler resultiert das Streben nach Macht aus einer vorangegangenen Ohnmacht. Fühlt sich ein Kind unterdrückt, versucht es im späteren Leben, Macht über andere zu übernehmen, um das Ohnmachtsgefühl zu kompensieren. Dieses Machtstreben lässt sich durch ein gleichberechtigtes Miteinander schmälern. Lernt ein Kind, dass seine Meinung in der Familie zählt, steht das soziale Lernen, nicht der Machtwille im Vordergrund.

16. Und da ein wahres Glück untrennbar verbunden ist mit dem Gefühl des Gebens, so ist es klar, dass der Mitmensch dem Glück viel nähersteht als der isoliert nach Überlegenheit strebende Mensch.

Die Vielzahl der Zitate von Alfred Adler führt uns die Relevanz von Gemeinschaft vor Augen. Die Hinwendung zu unseren Mitmenschen weckt Glücksgefühle, da wir uns gebraucht fühlen. Ziehen wir uns aus der Gesellschaft zurück, bleibt uns dieses Glück verwehrt.

17. Bedeutungen werden nicht durch Situationen vorgegeben, sondern wir bestimmen uns selbst anhand der Bedeutungen, die wir Situationen geben.

Die Persönlichkeitsentwicklung hängt zum großen Teil von unserer Einschätzung ab. Zu dem Ergebnis kommt ein weiteres Zitat Adlers:

18. Nicht die Erlebnisse diktieren unsere Handlungsweisen, sondern die Schlussfolgerungen, die wir aus diesen Erlebnissen ziehen.

19. In der Spannung zwischen dem Ziel und der Wirklichkeit entdecken wir den Sinn unseres Lebens.

Das Streben nach persönlicher Erfüllung stellt den Sinn des Lebens dar.

20. Der Mensch weiß viel mehr als er versteht.

Für Adler spielt bei der Persönlichkeitsentwicklung das Bewusstsein eine wesentliche Rolle. Die Intuition steht in einigen Situationen vor dem Verstand. Aus dem Grund ist es hilfreich, auf Dein Bauchgefühl zu hören.

21. Es ist leichter, für seine Prinzipien zu sterben, als für sie zu leben.

Erneut sagt Adler, das Festhalten an Prinzipien falle dem Menschen schwer. Eine starre Prinzipientreue steht unserer Persönlichkeitsentwicklung im Weg. Aus dem Grund empfiehlt es sich, eigene Grundsätze unter bestimmten Umständen neu zu bewerten.

22. Jeder erfolgreiche Mensch beschäftigt sich mit den Interessen der anderen, der erfolglose und gewöhnliche vorwiegend mit den eigenen.

Viele Zitate von Alfred Adler verweisen auf die Wichtigkeit der Gemeinschaft.

23. Vertraue nur der Bewegung. Das Leben geschieht auf der Ebene von Ereignissen, nicht von Worten. Vertrauensbewegung.

In der heutigen Zeit ist es leicht, sein Wort zu geben und es zu brechen. Unsere Taten bringen unsere Persönlichkeit zum Ausdruck.

24. Menschsein heißt, ein Minderwertigkeitsgefühl zu besitzen, das ständig nach seiner Überwindung drängt.

Die Persönlichkeitsentwicklung entsteht laut Adler durch das Kompensieren des Minderwertigkeitsgefühls. Abhängig von dessen Ausprägung und unserem Umgang bestimmt es unseren Lebensweg.

25. Bevor ein Kind Schwierigkeiten macht, hat es welche.

Die Individualpsychologie beschäftigt sich mit dem Grund für das Handeln des Individuums. Benehmen sich Kinder auffällig, liegt das nicht in ihrer Natur. Sie suchen nach Aufmerksamkeit oder versuchen, auf ein Problem aufmerksam zu machen. Ungebührliches Verhalten stellt unter Umständen einen Hilferuf dar.

26. Folge deinem Herzen. Aber vergiss dabei nicht, dein Hirn mitzunehmen.

Für Dein Handeln zeigen sich Gefühle ausschlaggebend. Vergisst Du über diese den Verstand, handelst Du irrational und richtest unter Umständen Schäden an.

27. Von allen Fehlern, die in der Erziehung gemacht werden, ist der Glaube an ererbte Grenzen der Entwicklung der schlimmste. Er verschafft Lehrern und Eltern die Möglichkeit, ihre Irrtümer weg zu erklären und in ihren Bemühungen nachzulassen.

Unser Vorankommen in der Kindheit hängt zum großen Teil von den Erwartungen unserer Mitmenschen ab. Erwartest Du von einem Kind keinen schulischen Erfolg, schmälerst Du dessen Selbstbewusstsein. In der Folge bleiben Erfolge aus.

28. Alle menschlichen Verfehlungen sind das Ergebnis eines Mangels an Liebe.

Die Liebe nennt Adler als stärkste Antriebskraft.

29. So wie der Säugling in seinen Bewegungen das Gefühl der Unzulänglichkeit verrät, das unausgesetzte Streben nach Vervollkommnung und nach Lösung der Lebensanforderungen, so ist die Geschichte der Menschheit als die Geschichte des Minderwertigkeitsgefühls und seiner Lösungsversuche anzusehen.

Das Streben der Menschheit – nach Wissen und Fortschritt – erklärt Alfred Adler in seinen Zitaten mit dem stetigen Versuch, das Minderwertigkeitsgefühl zu kompensieren. Durch starke Minderwertigkeitsgefühle kommt es zu einer Überkompensation, die in Machthunger und emotionaler Unruhe endet:

30. Je größer das erlebte Gefühl der Unterlegenheit eines Menschen ist, desto größer ist die Heftigkeit, zu erobern, und desto gewaltsamer ist die emotionale Unruhe.

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Karina Wohlleben
Karina Wohlleben
Karina Wohlleben ist Soziologin und und Mutter. Seit vielen Jahren begleitet sie junge Menschen bei der Persönlichkeitsentwicklung. Für unser Portal schreibt sie fachliche Artikel rund um Psychologie und Persönlichkeit.

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