Psychoanalytiker Wilhelm Reich

Wilhelm Reich Zitate – Weisheiten über Körper und Seele

Die besten Zitate von Wilhelm Reich

Der österreichisch-US-amerikanische Arzt und Psychiater Wilhelm Reich betätigte sich weiterhin als Soziologe und Sexualforscher. Die Vielzahl seiner Zitate bezieht sich auf die Sexualität und deren Einfluss auf die Psyche. Reich entwickelte die Psychoanalyse zur Charakteranalyse.

Reich prägte die Vegetotherapie. Um Einblick in sein Wirken zu erhalten, erhältst Du einen Überblick über die wichtigsten Wilhelm Reich Zitate die auch heute noch Gültigkeit haben und die du auf dein Leben anwenden kannst.

1 Zitat: Der Charakter besteht in einer chronischen Veränderung des Ichs, die man Verhärtung nennen möchte.

Nach Reichs Ansicht beruht die Struktur charakterlicher Panzerung – der Verhärtung – auf dem Versagen sexueller Bedürfnisse im Kindesalter. Hierbei gilt zu bedenken, dass sich Libido und erwachsene Sexualität unterscheiden. Reich konzentriert sich in seiner Forschung auf eine eingeschränkte Triebbefriedigung, die sich – abhängig von der Entwicklungsphase, in der sie auftritt – auf den Charakter auswirkt.

Bei Säuglingen zeigt sich beispielsweise ein orales Lustbedürfnis, das durch den Kontakt mit der Mutterbrust Befriedigung findet. Kleinkinder empfinden Lust an der Ausscheidung. Zwingen die Eltern sie, Ekel und Abscheu zu empfinden, entstehen charakterliche Weichen. Laut Reich besiegelt jedoch die Überwindung des Ödipuskomplexes die Charakterbildung. Bei diesem Komplex entwickelt ein Kind genitale Bedürfnisse gegenüber einem Elternteil. Beispielsweise erprobt eine Tochter ihre Reize an ihrem Vater.

Das Ziel dieser sexuellen Strebungen ist für Kinder unwichtiger als die Bestrebung an sich. Weisen die Eltern sie zurück, richtet sich das genitale Bedürfnis auf die eigene Person. Zeitpunkt, Intensität und Häufigkeit des Triebversagens nehmen Einfluss auf den neurotischen Aspekt im Charakter. Um die Zitate von Wilhelm Reich zu verstehen, ist es sinnvoll, seine Einteilung menschlicher Charaktere zu kennen. Der Sexualforscher stellte genitale und neurotische Charakter gegenüber.

Zeigt sich eine Person neurotisch, ist sie nach Reichs Definition nicht fähig, direkte Triebbefriedigung zu erleben. Anders verhält es sich mit genitalen Charakteren, die befriedende soziale und sexuelle Kontakte eingehen können. Bei der Mehrzahl der Menschen mischen sich gesunde und kranke Elemente dieser Charakterstruktur. Dementsprechend existieren keine rein neurotischen oder rein genitalen Charaktere.

In den psychiatrischen Methoden zielte Reich auf die umfassende Sicherung der gesunden Charakterelemente ab. Aus dem Grund misst er der Sexualität und der damit einhergehenden Bedürfnisbefriedigung eine hohe Bedeutung zu.

Der österreichisch-amerikanischer Psychoanalytiker Wilhelm Reich, Mitte 20 in einem Wiener Café. Quelle: en: Elizabeth Danto

Biografie: Wilhelm Reich

geboren 24. März 1897 in Dobzau, Galizien, Österreich-Ungarn; † 3. November 1957 in Lewisburg, Pennsylvania, USA, Reich war ein österreichisch-US-amerikanischer Arzt, Psychiater, Psychoanalytiker, Sexualforscher und Soziologe.
(Quelle:wikipedia)

Wilhelm Reich fand Zusammenhänge zwischen der psychischen und der muskulären Panzerung. Daraus folgerte der Psychoanalytiker, dass sich psychische und physische Gesichtspunkte beeinflussen.

 

2 Zitat: Die Sexualscheu und Sexualheuchelei bilden den Kern dessen, was man Spießertum nennt.

Die Angst vor der Befriedigung eigener Bedürfnisse führt zu einer inneren und äußeren Verhärtung. Wendest Du Dich von der Triebbefriedigung ab, suchst Du Dir alternativ Anhaltspunkte im Leben. Klassischerweise handelt es sich um gesellschaftliche Normen. Die ganzheitliche Anpassung an Sichtweisen anderer gilt als Bestandteil des Spießertums. Dieses zeichnet sich durch Engstirnigkeit und geistige Unbeweglichkeit aus.

Für Reich führt eine versagte oder „geheuchelte“ Sexualität zu einer Sperre der Individualität. Gleichzeitig entsteht eine soziale Kluft. Sie resultiert aus der Unfähigkeit, sich auf freiheitliche Ideen – wie die Triebbefriedigung – einzulassen. Die Schlussfolgerung besteht, dass es sich bei „Spießbürgern“ hauptsächlich um neurotische Charaktere handelt.

3 Zitat: Das grundsätzliche Ausweichen vor dem Wesentlichen ist das Problem des Menschen.

Vermeiden Menschen die Befriedigung ihrer Bedürfnisse, weichen sie diesen aus. Nach Reichs Charakteranalyse führt die Sicherung gesunder Charakterelemente zu guten sozialen und sexuellen Kontakten. Dementsprechend stellt die Sexualität einen wesentlichen Faktor in der Charakterbildung dar. Die Gesellschaft weicht diesem Thema aus und tabuisiert es. Daraus ergeben sich für die Entwicklung der Menschen mehrheitliche Probleme.

Diese Zitate von Wilhelm Reich passen in unsere heutige Gesellschaft. In dieser gewinnt die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität an Bedeutung.

4 Titat: Die religiöse Grundidee ist in sämtlichen patriarchischen Religionen das Negativ des sexuellen Bedürfnisses.

Laut Reichs Charakteranalyse spielt die Sexualität für die Entwicklung des Menschen zum sozialen und freien Individuum eine ausschlaggebende Rolle. Die Mehrheit patriarchisch geprägter Religionen – beispielsweise das Christentum – unterdrückt diese Bedürfnisbefriedigung. Zahlreiche Gläubige halten an der Keuschheit als Ideal der Reinheit fest. Aus dem Grund sollen beispielsweise Mädchen im Islam unbefleckt in die Ehe gehen.

Mit der Macht über die Sexualität übernimmt die Religion Macht über den Menschen. Sie und die ausführenden Glaubensväter unterdrücken die Triebbefriedigung. Nach Reichs Theorie fördern sie die Entwicklung neurotischer Charaktere. Deren Unvermögen, wahre Befriedigung zu empfinden, führt unter Umständen zu einer Kompensierung des Drangs durch Anpassung. Nach diesem Gedankenspiel fordern religiöse Ideen den Gehorsam der Gläubigen, ohne deren Individualität zu berücksichtigen.

5 Zitat: Kern des Lebensglücks ist das sexuelle Glück.

Die Vielzahl der Wilhelm Rauch Zitate beziehen sich auf seine Theorien zu neurotischen und genitalen Charakteren. Zeigt sich die Triebbefriedigung bei einem Menschen stark ausgeprägt, zeigt er sich in der Lage, soziale Kontakte einzugehen. Lebst Du Deine Bedürfnisse aus, fühlst Du Dich in Deinem Körper wohl und gewinnst Selbstsicherheit. Diese hilft Dir im Umgang mit anderen Menschen.

Personen, die ihre Bedürfnisse – beispielsweise eine andere Art der Sexualität wie Homosexualität – verbergen, ergibt sich eine Spaltung des Charakters. Ihnen fehlt die Möglichkeit, sich auszuleben und ihrer Individualität Raum zu geben. Dementsprechend leidet ihre Lebensqualität. Dagegen profitieren Menschen, die sexuelles Glück erfahren, von Lebensglück. Versagt die Gesellschaft ihren Mitgliedern dieses– beispielsweise aufgrund rückständiger Normen – nimmt sie ihnen die Identität.

6 Zitat: Liebe, Arbeit und Wissen sind die Quellen unseres Daseins. Sie sollen es auch regieren.

Als Soziologe beschäftigte sich Wilhelm Reich mit dem Streben des Menschen. Welchen Lebenssinn verfolgen wir? Als Antwort nennt Reich drei Pfeiler:

  • Liebe,
  • Arbeit und

Soziale Kontakte, eine Beschäftigung und Bildung bilden die Grundlagen des Daseins. Diese Punkte beeinflussen das Leben maßgeblich. Das zeigt ein weiteres Zitat des Forschers:

7 Zitat: Das Lebendige beansprucht nicht die Macht, sondern Geltung im menschlichen Leben. Es beruht auf den drei Pfeilern der Liebe, der Arbeit und des Wissens.

Neben der Charakteranalyse und der Relevanz der Sexualität beschäftigte sich Reich mit dem Wesen des Menschen. Reich erlebte den Ersten sowie den Zweiten Weltkrieg. In vielen seiner Zitate wendet er sich gegen den Nationalsozialismus:

8 Zitat: Ich bin kein Deutscher, kein Jude, kein Christ, kein Italiener, sondern Bürger der Erde.

Die Klassifizierung von Menschen gehört teilweise zu unserer Identität. Wir identifizieren uns aufgrund unserer Herkunft und unseres Glaubens. Reich sah sich als „Bürger der Erde“ und macht sich auf die Weise mit allen Menschen gemein.

9 Zitat: Große Männer wissen, wann und inwiefern sie kleine Männer sind.

Dieses Zitat des österreichisch-US-amerikanischen Soziologen verweist auf die Charaktergröße, eigene Fehler zu kennen und sie zuzugeben. Die Schwäche eines Menschen stellt keinen Makel dar. Sie gehört zu unserer Menschlichkeit. Charakterstärke erlaubt es uns, Fehler und Scheitern einzugestehen und dementsprechend zur Selbstoptimierung beizutragen.

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