Glaubensätze

Was sind Glaubenssätze?

Wie kann man Glaubenssätze erkennen und verändern

Glaubenssätze prägen bewusst oder unbewusst unseren Alltag. Bei ihnen handelt es sich um Überzeugungen – Beliefs genannt – die sich aus unserer Lebenserfahrung zusammensetzen. Positive Erinnerungen führen zu motivierenden Glaubenssätzen, während negative Erfahrungen Unsicherheit und Angst schüren. Diese spiegeln negative Glaubenssätze wider.

Was sind Glaubenssätze?

Glaubenssätze bestehen als unterbewusste Lebensregeln. Wir kennen sie als Einstellungen und Überzeugungen. Sie resultieren aus der Bewertung und Verarbeitung früherer Erlebnisse und Erfahrungen. Die Mehrzahl der Menschen ist sich dieses „Regelwerks unseres Unterbewusstseins“ nicht bewusst. Dennoch bestimmt es unser tägliches Verhalten. In der Psychologie kommen die Glaubenssätze zur Veränderungsarbeit zum Einsatz.

Vorwiegend negative Überzeugungen beeinträchtigen Deine Entwicklung. Eine aktive Justierung der Glaubenssysteme unterstützt Dich dabei, Dein Handlungspotenzial frei von früheren Hemmnissen zu entfalten. Veränderst Du Deine Glaubenssätze, veränderst Du den Fokus Deiner Wahrnehmung auf die Welt. Deine neue Weltsicht öffnet Dir Türen für neue private oder berufliche Entscheidungen.

Welche Glaubenssysteme gibt es?

In der Psychologie unterscheiden sich drei Arten von Glaubenssätzen. Sie nehmen Bezug auf:

  • Ursachen,
  • Bedeutung und
  • Identität.

Die Glaubenssätze über Ursachen konstruiert der Mensch, um sich Dinge zu erklären. Im Alltag erleben wir zahlreiche Situationen, die wir mit der bestehenden Informationslage abgleichen. Liegen unzureichende Erfahrungen vor, nutzen wir einen Glaubenssatz für ein plausibles Erklärungskonstrukt. Hierbei handelt es sich um Glaubenssätze, die wir für die Wahrheit halten, ohne sie zu kennen. Ein typisches Satzbeispiel ist:

„Weil ich mit nassen Haaren nach draußen gegangen bin, habe ich mich erkältet.“

Inzwischen wissen wir, dass eine Erkältung auf Bakterien und ein geschwächtes Immunsystem zurückzuführen ist. Wir wissen nicht, ob nasses Haar eine hinreichende Ursache darstellt. Da viele Mütter ihre Kinder warnen, dass dem Ausgehen mit nassem Haar eine Krankheit folgt, verinnerlichen wir diesen Satz.

Die Vielzahl der Menschen glaubt an einen Zusammenhang zwischen einer Ursache und einer Wirkung. Bei kleinen oder großen Schicksalsschlägen gehen sie von einer tieferen Bedeutung aus. Sie fragen sich, warum ihnen ein Ungemach geschieht. Ergebnisse sind Glaubenssätze, beispielsweise:

„Ich bin krank, weil mein Körper mich vor zu viel Stress warnt.“ oder

„Ich bin krank, weil mein Karma schlecht ist.“

Die Glaubenssätze der Identität erklären, warum wir etwas tun und wie unser Handeln eine Situation beeinflusst. Sie definieren die individuellen Grenzen und Einschränkungen. Glaubenssätze in Bezug auf die Identität können Dich davon abhalten, Dein Leben zu ändern. Die meisten Menschen wissen nicht um diese inneren Hemmnisse. Handelt es sich um negative Glaubenssätze, fühlen sie sich unter Umständen in Selbstzweifeln gefangen.

Gelingt es Dir, Deine Glaubenssätze aktiv zu verändern, führst Du ein selbstbestimmtes Leben. Ein Beispiel für einen Glaubenssatz, der Dir in Deiner Weiterentwicklung im Weg steht, zeigt sich in Form von:

„Wenn mir etwas Gutes passiert, folgt kurz darauf etwas Schlechtes.“

Glaubensätze
Welche Glaubensätze bestimmen dein Leben?
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Negative Glaubenssätze erkennen und hinterfragen

Die Vielzahl der Menschen hält ihre Glaubenssysteme und Werte für normal, ohne sie zu hinterfragen. Führen diese zu einschränkenden Ergebnissen, beeinträchtigen sie ihren Lebensweg. Unter Umständen verhindern sie die Motivation, die es für eine neue Partnerschaft oder einen Karriereaufstieg braucht. Einschränkende Glaubenssätze nennen sich „limiting beliefs“. Sie stellen einen Grund für unzureichendes Glück im Leben dar.

Um falsche Glaubenssätze zu erkennen, braucht es zunächst eine ehrliche Selbstreflektion. Finde heraus, was Du Dir von Deinem Leben versprichst und wo Deine tiefsten Wünsche liegen. Auf diese Weise erfährst Du, welche Einstellungen Dich fördern und was Dich bremst. Diese Technik bezeichnen Psychologen als Erstellen eines Lebensplans. Dieser stellt die Voraussetzung für das Erforschen Deiner Glaubenssätze dar.

Für den Anfang ergibt es Sinn, Dein Hauptziel zu definieren. Beispielsweise wünschst Du Dir, mit dem Rauchen aufzuhören. Glaubenssätze wie „Ich halte das nicht durch, weil ich inkonsequent bin“, stehen Dir im Weg. Hinterfrage, warum Du an diesem Glauben festhältst und was Dich hindert, Deine Einstellung zu ändern. Oft reicht eine veränderte Lebensanschauung oder ein neuer Blickwinkel, um ein Ziel in Angriff zu nehmen. Als Beispiel wünschst Du Dir ein langes Leben mit Deinem Partner. Um die Gefahr von Lungenkrebs zu minimieren, möchtest Du mit dem Rauchen aufhören.

Für das Verändern eines Glaubenssatzes eignen sich folgende Fragestellungen:

  • Wie schränkt Dich der Glaubenssatz ein?
  • Willst Du weiterhin an ihn glauben?
  • Bist Du von der Wahrhaftigkeit des Glaubenssatzes überzeugt?
  • Woher rührt diese Überzeugung?
  • Gilt der Glaubenssatz in jeder Lebenssituation?
  • Welche Beweise existieren für Deine Überzeugung?
  • Existieren Menschen, die in der gleichen Situation andere Glaubenssysteme nutzen und mehr Erfolge verzeichnen?

So veränderst Du deine limitierende Glaubenssätze:

Stellst Du Dir die Frage, was Glaubenssätze sind und ob sie Sinn ergeben? Obgleich es sich teilweise um negative Einstellungen handelt, brauchen wir sie für unsere Entwicklung. Sie helfen uns, nach unseren Werten zu handeln und Ziele zu erreichen. Um eine Veränderung in Deinem Leben herbeizuführen, trennst Du zunächst die positiven von den negativen Glaubenssätzen. Letztere prüfst Du auf ihren Wahrheitsgehalt. Finde heraus, wie sie sich auf Deine Wünsche und Träume auswirken.

Anschließend gilt es, sie aktiv an Deine Zieldefinition anzupassen. Sobald erste Erfolge entstehen, verändert sich automatisch Deine Glaubensstrategie. Du lernst, Dein Leben in die Hand zu nehmen und nach Deinem Ermessen zu gestalten. Die Glaubensstrategie umfasst neue Glaubenssätze und wichtige Schritte für Dein selbstbestimmtes Leben.

Die Schritte übst Du schnell ein, sodass sie in Dein unterbewusstes Denken und Handeln einfließen. Sobald das geschieht, denkst Du nicht länger über Deine Motivation nach. Du genießt Dein Selbstbewusstsein und hältst auch bei kleinen Rückschlägen an Deiner positiven Lebenseinstellung fest. Findest Du erneut einen Glaubenssatz, der Deinen Erfolg beeinträchtigt, änderst Du ihn mit dem Swish Pattern. Das funktioniert nach folgendem Muster:

  1. Versetze Dich in eine Situation in Deiner Vergangenheit, die den Glaubenssatz prägte.
  2. Stelle Dir das Erlebnis als Bild oder Film vor Deinem geistigen Auge vor. Sobald das gelingt, schiebe es aus Deinem Fokus.
  3. Anschließend denkst Du erneut an das negative Ereignis, ersetzt aber Deinen alten Glaubenssatz durch einen neuen. Stell Dir vor, wie sich das Erlebnis verändern könnte, wenn Du an diesem Glaubenssystem festhältst.

Futures Pace

Des Weiteren hilft der Futures Pace. Hierbei stellst Du Dir vor, Du erreichst Dein gestecktes Ziel mithilfe Deines Glaubenssatzes. Überlege, wie sich dieser Erfolg anfühlt. Das sorgt für Motivation.