Ziele formulieren und wirksam umsetzen

Wusstest du, dass schon die Formulierung deiner Ziele maßgeblich an dessen Erfolg beteiligt ist? Es hängt tatsächlich eine Menge davon ab, wie wir unsere Ziele formulieren. Vor allem unklare, ungenaue und überspitzte Anforderungen an uns selbst, führen zu einem vorzeitigen Scheitern unserer Projekte. Dabei ist es gar nicht so schwer, seine Ziele genau und richtig zu definieren.

Um Ziele richtig zu formulieren musst du das wissen:

  1. Ziele können eine große Macht haben, deshalb sollten sie gut überlegt sein.
  2. Ziele sollten immer visualisiert (aufgeschrieben) werden. Das Aufschreiben ist quasi die Geburt des Zieles, es kommt aus unseren Gedanken hinaus in die Welt.
  3. Ziele formulieren ist nicht schwer, es sollten dabei aber ein paar wichtige Dinge beachtet werden.
  4. Wie wir unsere Ziele formulieren, ist bereits ein wichtiger Indikator für Erfolg oder Misserfolg.
  5. Ziele sollten immer konkret, messbar, zeitlich, unabhängig und positiv formuliert werden.

Wirklich erreichbare Ziele definieren

Ziele gut überlegen

Ein Ziel kann eine große Macht mit sich bringen. Es kann so weit gehen, dass wir dem einen großen Teil unseres Lebens unterordnen. Deshalb ist es wichtig, sich nicht leichtfertig Ziele zu stellen und sich im Detail auszumalen, welche Konsequenzen dies mit sich bringen wird. Erst wenn du dann immer noch fest entschlossen bist, ist es das richtige Ziel.

Denke immer daran: Es ist möglich, dass du fast jedes gut durchdachtes Ziel erreichst!

Ziele immer schriftlich festhalten

Es ist sehr wichtig, seine Ziele aufzuschreiben. In unseren Köpfen existieren zahlreiche Wünsche und Ziele. Manche sind präsenter, andere eher schwammig. Richtig konkret wird ein Ziel erst dann, wenn wir es aus unseren Gedanken nach außen bringen.

Das geht am einfachsten, in dem wir es aufschreiben. So wird das Vorhaben quasi geboren und das erhöht seine Kraft. Außerdem ist es dann dingfest gemacht und kann nicht so schnell vergessen werden. Wir bekennen uns dann zu unseren Zielen und verfassen eine konkrete Absichtserklärung. Wenn man es so will, ist es, wie ein Vertrag mit sich selbst.

Ziele definieren
Wünsche und Realität in die Ziele einbinden

Anleitung um Ziele zu formulieren

Nun weißt du, dass deine Ziele gut überlegt sein sollten und du sie am besten schriftlich festhältst. Jetzt ist es noch wichtig, wie du deine Ziele formulierst, denn das entscheidet bereits mit über Erfolg oder Misserfolg.

1. Realistische Ziele setzen

Ein Ziel ist dann realistisch, wenn du es auch erreichen kannst. Der Mensch kann mit Mühe und Herzblut vieles schaffen, aber eben nicht alles. Unrealistische Ziele erzeugen Druck und führen zu Enttäuschung, deshalb sollten sie von vornherein heruntergebrochen werden. Außerdem sollte das Ziel die richtige Größe haben. Zu groß ist wieder unerreichbar, zu klein ist aber auch nicht gut, denn dann wird es unbedeutend.

2. Konkret

Schwammig formulierte Ziele lassen zu viel Spielraum für Ausflüchte, wenn sich die Motivation einstellt. Du hast dir zum Beispiel als Ziel gesetzt fitter zu werden und dich mehr zu bewegen. Doch was heißt das genau? Wie fitter willst du werden, wie viel mehr möchtest du dich bewegen? Ist dein Ziel bereits erreicht, wenn du einmal mehr am Tag die Treppe nimmst? Das Problem ist, dein Ziel ist nicht messbar. Du hast keine Anhaltspunkte über einen tatsächlichen Erfolg und das nimmt dir irgendwann die Motivation. Sind deine Ziele hingegen messbar, kannst du besser überprüfen, ob und wann du dein Ziel tatsächlich erreichst.

Beispiele für konkret formulierte Ziele:

– „Ich möchte mehr Geld verdienen.“ -> „Mein Ziel ist es, im Monat 100 Euro mehr zu verdienen“.

– „Ich möchte gern etwas abnehmen.“ -> „Mein Ziel ist es, bis zum nächsten Jahr 10 Kilo Gewicht zu verlieren.“

– „Ich möchte ein neues Hobby finden.“ -> „Ich werde mich nach einem Klavierlehrer umsehen und mich zum Klavierunterricht anmelden.“

3. Positiv

Versuche dein Ziel so zu beschreiben, dass du damit etwas erreichen möchtest und nicht verlieren oder beenden. Bei dem Beispiel mit dem Abnehmen ist das etwas schwierig, denn Gewicht soll nun mal verloren gehen. Ab sonst klappt eine positive Formulierung meist gut. Anstatt: „Ich will weniger schüchtern sein“, könntest du es so formulieren: „Ich möchte aufgeschlossener und kontaktfreudiger werden“. Du kannst auch etwas voranschicken, was du behalten möchtest und das zu Erreichende nachstellen. „Ich möchte weiterhin emphatisch bleiben, und noch etwas aufgeschlossener und kontaktfreudiger werden.

4. Zeitlich

Du solltest immer einen Zeitpunkt festlegen, bis wann du dein Ziel in etwa erreicht haben willst. Das könnte etwas Druck erzeugen, doch ohne einen zeitlichen Rahmen hängst du vollkommen in der Luft. Eine Dateline hilft dir am Ball zu bleiben und effektiver zu arbeiten.

5. Unabhängig

Formuliere deine Ziele immer so, dass deren Erfolg von keinem anderen, als von dir abhängt. Es nutzt nichts, wenn deine Vorhaben von anderen Personen abhängen, denn das ist ein Faktor, denn du nicht beeinflussen kannst. Der Faktor über deinen Erfolg darfst nur du sein.

Was passiert, wenn das Ziel zu groß ist?

Zunächst einmal gilt, es gibt keine genauen Angaben, wie groß oder klein ein Ziel sein muss, damit es richtig ist. Das empfindet jeder Mensch anders, außerdem ist das abhängig von der jeweiligen Ausgangssituation, Motivation und den persönlichen Ressourcen.

Es ist wichtig, dass dein Ziel groß genug ist, damit du motiviert bist, aber nicht so groß, dass du dich bereits im Vorfeld entmutigt fühlst. Ein guter Indikator, um den Mittelweg zu finden, ist dein Gefühl. In keinem Fall sind es aber die gut gemeinten Ratschläge deiner Mitmenschen. Mag sein, dass sie dir nur Gutes möchten, aber sie entscheiden nicht, ob dein Ziel zu groß oder klein für dich ist.

Dir allein muss das Ziel passen, niemandem anders. Viele Menschen reagieren auch allergisch auf die Ziele der anderen, weil sie das an ihre eigenen erinnert, die irgendwo vor sich hinschlummern. Doch was ist nun, wenn du selbst feststellst, dass dein Ziel zu groß ist? Auf keinen Fall musst du es sofort ad acta legen, weil du Angst vor deinem „Versagen“ hast.

„Unterteile deine zu großen Ziele in einzelne gut erreichbare Teilziele.“

Ein Beispiel wäre, dass du davon träumst, einmal vor vielen Menschen ein Klavierkonzert zu geben. Du spielst aber bisher weder Klavier, noch bist du sonderlich virtuos. Also ist das ein eher unrealistisches und viel zu großes Ziel. Brichst du es allerdings in mehrere kleinere Teilziele herunter, wird es gar nicht mehr so unwahrscheinlich:

  1. Du meldest dich zum Klavierunterricht an.
  2. Du kaufst dir ein Klavier.
  3. Du bildest dich hinsichtlich Musik weiter.
  4. Du lernst Klavier spielen.
  5. Du übst viele Jahre und wirst immer besser.
  6. Du gibst dein erstes kleines Konzert in der Musikschule.

Nun bist du deinem großen Ziel schon ein ganzes Stück näher gekommen, zu Beginn konntest du mit einem Klavier nichts anfangen und nun hast du schon dein erstes kleines Konzert gegeben.

Quellen und weiterführend:

Ing. Burkhard Heidenberger (Zeitblüten): So formulieren Sie Ziele. Verfügbar unter: https://www.zeitblueten.com/ziele-formulieren/. Stand: 16.04.2020.

Projekte leicht gemacht: Smarte Ziele formulieren. So machst du es richtig (und so falsch machen es andere). Verfügbar unter: https://projekte-leicht-gemacht.de/blog/pm-methoden-erklaert/smarte-ziele-formulieren/. Stand: 16.04.2020.

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Karoline Poitz, Psychologin
Karoline Poitz, Psychologin
Karoline Poitz hat Psychologie und Germanistik studiert. Sie lebt und arbeitet in Thüringen und unterstützt uns in unserem Gedankenportal im Themenbereich Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung.

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