Ablehnung
Ablehnung in der Partnerschaft Copyright: fizkes bigstockphoto

Mein Partner lehnt mich ab

Jeder von uns hat schon mal Situationen erlebt, in denen er abgelehnt wurde. Je intensiver und schmerzhafter die Zurückweisung empfunden wurde, desto prägender ist sie für unser weiteres Leben.

Die Angst vor einer Ablehnung in der Partnerschaft ist besonders belastend, da sie den kompletten Beziehungsalltag prägen kann. Eine gesunde Partnerschaft, die auf Vertrauen basiert, kann sich so kaum entwickeln.

Faktenblock Ablehnung in der Partnerschaft 

  • Die Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft beruht auf Antizipation. Das heißt, es wird eine Verhaltensweise des anderen vorweggenommen, dabei muss er nicht mal einen Anlass für die Vermutung geben.
  • Aus einem anfänglichen Gefühl der Unsicherheit entwickelt sich mit der Zeit ein tiefes Angstgefühl.
  • Die Symptome einer Ablehnungsangst treten meist psychisch und psychosomatisch auf.
  • Da die Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft auf negativen und schädlichen Gedankenmustern beruht, sollte man genau da ansetzen.
  • Das Angstverhalten ist für den Partner meist nicht nachvollziehbar. Womöglich reagiert er aus diesem Grund genau so, dass die Angst bestätigt wird, und zwar mit Ablehnung.

Angst vor Ablehnung durch den Partner – das können die Ursachen sein

Die Ursachen von Ängsten lassen sich oftmals in der Kindheit finden. Wird ein Kind ständig kritisiert und aufgrund seines Fehlverhaltens mit Liebesentzug gestraft, manifestiert sich in ihm der Gedanke, dass es nicht gut genug ist. Tief in seinem Unterbewusstsein prägt sich eine große Unsicherheit ein, die bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt.

Bevor eine Herausforderung überhaupt angegangen wurde, sieht sich der Betroffene schon scheitern. Die Angst, andere Menschen wieder und wieder zu enttäuschen ist allgegenwärtig.

Eine weitere Ursache kann eine unerwiderte Liebe in der Kindheit aber auch im Erwachsenenalter sein. Es gibt wohl kaum eine schmerzhaftere Ablehnungserfahrung, als wenn ein Liebesbedürfnis einfach übergangen wird. Für ein Kind ist das besonders fatal, denn es benötigt ein liebevolles Umfeld, um sich gesund entwickeln zu können.

Auch für einen erwachsenen Menschen kann eine Ablehnung traumatisch sein, wenn gleich sie zum Leben dazugehört. Passiert das mehrmals hintereinander, entstehen verständlicherweise Zweifel an der eigenen Person und Liebenswürdigkeit.

Diese kommen dann bei jeder neuen Begegnung oder Beziehungsanbahnung zum Tragen. Häufiger Betrug und Lügen sind auch eine Art von Ablehnung, die einen Menschen stark verunsichern können. Hat man mehrmals einschlägige Zurückweisungen erfahren, ist damit der Angstkreislauf losgetreten.

Irgendwann reichen schon Banalitäten aus, die der Betroffene sofort auf sich bezieht und sich abgelehnt fühlt. Mit solch einer Reaktion sind die Mitmenschen dann häufig überfordert, weil sie diese natürlicherweise nicht nachvollziehen können. Infolgedessen kommt es dann vielleicht zu einer tatsächlichen Ablehnung, die ihn in seiner Angst nur bestätigt.

Wie äußert sich eine Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft? Was sind die Symptome?
Die Symptome einer Ablehnungsangst sind nah an denen einer Angststörung angelehnt. Bei einer besonders schweren Ausprägung können sogar Panikreaktionen entstehen.

Sieht der Betroffene sich in einer Situation wieder, in denen er Ablehnung erfährt, kann es im schlimmsten Fall zu Herzrasen, vermehrtem Schwitzen oder Zittern kommen.

Des Weiteren können folgende Symptome auftreten:

  • diffuses Angstgefühl,
  • Angst davor alleine zu sein und nicht geliebt zu werden,
  • verminderter Selbstwert und mangelndes Selbstvertrauen,
  • innere Unruhezustände,
  • Hang zum Grübeln und Gedankenkreisen,
  • Versagens- und Verlustängste oder
  • Schlafstörungen.

Zudem entwickelt der Betroffene diverse Strategien, die ihn dabei helfen mit seiner Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft umzugehen. Zum Beispiel verhält er sich extrem angepasst bis unterwürfig, um den Partner bloß keinen Grund zu geben, ihn mit Ablehnung gegenüberzutreten.

Oder er „verschmilzt“ regelrecht mit dem Hintergrund, das heißt, er möchte bloß nicht auffallen. Wer nichts sagt, tut und vor allem nicht widerspricht, gibt keinen Anlass zu Kritik und Zurückweisung. Nicht selten entwickelt der Betroffene einen Hang zum Perfektionismus.

Die Angst vor einer Abfuhr ist so groß, dass alles Menschenmögliche unternommen wird, den Partner bloß nicht zu enttäuschen. Erntet er dann Lob und Anerkennung für sein Verhalten und das Geleistete, bestätigt ihn das in seiner Absicht, alles perfekt mach zu müssen. Kommt es dann trotzdem mal zu Kritik, was in einer Partnerschaft vollkommen normal ist, treibt ihn das dazu an, noch leistungsorientierter und makelloser zu sein.

Welche Folgen können bei einer Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft auftreten?
Indem die Betroffenen versuchen ihrem Partner bloß keinen Anlass zur Verärgerung zu geben, stellen sie ihre eigenen Bedürfnisse hinten an.

Das Schwierige daran ist, dass sie häufig keine eigenen Grenzen definieren beziehungsweise diese nach außen hin nicht kommunizieren. Für eine Partnerschaft ist das natürlich nicht von Vorteil, denn diese kann so kaum auf Augenhöhe stattfinden.

In einer Beziehung sollen sich schließlich beide Partner wohlfühlen und sich auch selbst verwirklichen können. Bei der Flucht in den Perfektionismus wird die Partnerschaft zur Leistungsfalle.

Sich einmal mal fallen lassen und sich so zu geben, wie man wirklich ist, wird sich schlichtweg nicht erlaubt. Verhält sich der Betroffene im beruflichen Umfeld und im Freundeskreis ähnlich, geht das irgendwann stark an die Substanz. Die Folgen sind Überforderung, Unzufriedenheit und inneres Ungleichgewicht. Hier sollte rechtzeitig die Reisleine gezogen werden.

Die Gefahr eine Depression oder ein Burn-out-Syndrom zu entwickeln ist unter diesen Voraussetzungen stets präsent. Es kann auch passieren, dass sich die Ängste vom Partner abgelehnt zu werden bis hin zu einer Angststörung steigern.

Wie kann die Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft überwunden werden?
Im Kampf gegen deine Angst musst du auf der gedanklichen Ebene ansetzen, deine Emotionen werden dann automatisch nachziehen. Diese drei folgenden negativen Gedankengänge können schuld an deiner Ablehnungsangst sein.

Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft: „Ich bin nicht gut genug!“

Einer Angst vor Ablehnung stellst du dich am besten mit einem gesunden Selbstbewusstsein in den Weg. Menschen, die an sich und ihre Fähigkeiten glauben, gehen davon aus, dass sie im Kern richtig sind. Damit müssen sie gar nicht erst befürchten bei anderen auf Ablehnung zu stoßen.

Wenn dem doch mal so sein sollte, dann ist das keine Katastrophe. Du kannst es den anderen nicht immer recht machen, auch in einer Partnerschaft nicht.

Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft: „Eine Zurückweisung ist immer meine Schuld!“
Die Abfuhr durch einen anderen Menschen kommt doch nicht zwingend durch eigenes Fehlverhalten zustande. Es ist ebenso möglich, dass der andere überspitzt reagiert, weil er beispielsweise gerade selbst ein Problem hat. Hier hilft nur das offene Gespräch, das bedeutet aber auch, dass du dich mit deinen Ängsten konfrontieren musst. Halte dir dabei Folgendes vor Augen:

„Es gibt immer die Möglichkeit, dass jemand „Nein“ zu dir sagt. Doch wenn du dich dieser Gefahr nicht stellst, verpasst du auch immer ein „Ja“ zu dir.“

Angst vor Ablehnung in der Partnerschaft: „Es tritt immer das Schlimmste ein!“
Das Angstempfinden ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der uns vor Gefahren und zu großen Belastungen bewahren soll. Wenn wir Angst haben, werden wir automatisch vorsichtiger und vermeiden gefährliche Situationen.

Wenn dich die Angst vor der Ablehnung in der Partnerschaft überkommt, versuche diese zu rationalisieren. Wie wahrscheinlich ist es, dass dein Partner dich zurückweist? Was würde dein Verhalten für Konsequenzen mit sich bringen?

Indem du dir ganz bewusst diese Fragen stellst, wirst du vielleicht feststellen, dass du die Situation katastrophisiert hast. Das heißt, du bist automatisch vom Schlimmsten ausgegangen, weil die Angst deine Gedanken geleitet hat.