Empathielose Menschen

Empathielose Menschen: Wenn die Gefühle egal sind

Jeder Mensch verbindet sich in einem anderen Kontext mit seinem sozialen Umfeld. Manchen Menschen geht das Wohl und Leid der Mitmenschen sehr nahe, andere interessieren sich weniger dafür. Wie das jeder einzelne für sich handhabt, hängt vom Charakter, der persönlichen Lebensgeschichte und weiteren Faktoren ab. Fakt ist, dass Extreme in beide Richtungen Probleme mit sich bringen. Hyperempathische und empathielose Menschen haben im Alltag meist große Schwierigkeiten, oder können das Leben anderer in Schwierigkeiten bringen.

Empathielose Menschen umarmen sich ohne zu fühlen
Empathielose Beziehungen können nichts fühlen.

Fünf Fakten über empathielose Menschen

  1. Empathielose Menschen haben Schwierigkeiten, sich in die Gedanken, Gefühle und Bedürfnisse ihrer Mitmenschen hineinzuversetzen.
  2. Empathielosigkeit und Egoismus hängen eng zusammen.
  3. Auch verschiedene psychische Störungen können mit einem Mangel an Empathie zusammenhängen.
  4. Nicht jeder Mensch, der vermehrt seinen eigenen Interessen nachgeht, ist gleich empathielos. Hier muss schon eine gewisse Gefühlskälte (Alexithymie) vorliegen.
  5. Empathielosigkeit hat meist eine Ursache, der man im Rahmen einer Psychotherapie auf den Grund gehen kann.

Was ist Empathie?

Jeder von uns hat Menschen in seinem Leben, die einem sehr nahe sind und um dessen Wohlergehen man besorgt ist. Genauso gibt es Mitmenschen, die mit dir fühlen, wenn du dich freust oder traurig bist.

Das sind dann in der Regel die Beziehungen, die dein Leben bereichern und die dir wichtig sind. Dann sind da noch jene Menschen, die du zwar kennst, mit denen du aber weniger Empathie verbindest und umgekehrt. Das ist vollkommen normal, wir können nicht mit allen Menschen, die wir kennen, extrem mitfühlen. Dafür haben wir salopp gesagt nicht die nötigen Kapazitäten. Deshalb bist du aber nicht gleich empathielos.

Empathielose Menschen können mit keinem Menschen mitfühlen. Sie können sich nicht in andere hineinversetzen.

Unter Empathie versteht man die Fähigkeit, die Gefühle und Empfindungen von anderen wahrzunehmen und nachzuvollziehen. Auch wenn man von einer Situation nicht persönlich betroffen ist, kann man dennoch die Reaktion und die Gefühle der anderen verstehen.

Außerdem beschreibt Empathie auch die Fähigkeit, sich die Empfindungen der Mitmenschen auf sein eigenes Verhalten hin auszumalen. Könnten wir das nicht, würden wir jeden anderen Menschen alles an den Kopf werfen, was uns gerade in den Sinn kommt. Empathie lässt uns vorher überlegen was wir sagen und wie wir mit anderen Menschen umgehen. Unempathische Menschen haben oftmals Schwierigkeiten in Beziehungen zu anderen Menschen.

Empathielose Menschen
Empathielose Menschen haben Schwierigkeiten, sich in die Gefühle ihrer Mitmenschen hineinzuversetzen

Was fehlt bei empathielosen Menschen?

Menschen, die kaum oder gar keine Empathie empfinden können, sind nicht fähig, die Interessen, Empfindungen und Bedürfnisse von anderen Menschen nachvollziehen zu können. Sie verhalten sich regelrecht gefühlskalt anderen gegenüber.

Zudem verspüren sie keinen Drang, ihren Mitmenschen etwas Gutes zu tun oder dessen Leid zu mindern. Sie sorgen sich auch kaum um andere Menschen, weil es ihnen nicht wichtig ist, wie es anderen geht. Empathielosigkeit führt natürlich auch zu mangelnder Sensibilität. Selbst wenn die Mitmenschen ihnen sagen, was sie denken oder fühlen, können sie nicht wirklich darauf eingehen und Rücksicht nehmen.

Auch mit dem Aufbringen von Vertrauen haben empathielose Menschen Probleme. Dadurch dass sie nicht wissen, was andere Menschen denken, wissen sie auch nicht, was sie von diesen erwarten können.

Hängt ein Mangel an Empathie mit Egoismus zusammen?

Menschen, die wenig oder gar keine Empathie empfinden können, versetzen sich nicht in andere Menschen hinein. Demnach achten sie auch nicht auf die Gefühle und Gedanken der anderen. Sehr auffällig ist bei diesen Menschen eine egoistische Grundhaltung. Sie können sehr egoistisch auftreten, ihr eigenes Wohl und ihre Gedanken kreisen in erster Linie um sich. Für andere Menschen ist da kein Platz.

Nicht selten nutzen sie andere Menschen aus und jegliche Situationen dienen nur zum eigenen Vorteil. Zudem tun sie anderen keinen Gefallen, ohne nicht auch etwas davon zu haben. Das heißt, sie sind sehr auf Gegenseitigkeit bedacht. Auf die Idee, etwas für die Mitmenschen ohne Gegenleistung zu tun, kommen sie eher nicht.

Die extreme Form von Egoismus mündet in Manipulation. Egoismus und Empathielosigkeit hängen eng zusammen, beziehungsweise gehen auseinander hervor. Es gibt zudem einige Störungsbilder, die mit Empathielosigkeit in Verbindung stehen:

  • Narzisstische Persönlichkeitsstörung,
  • Borderline-Persönlichkeitsstörung (impulsiver Typ) oder
  • Psychopathie.

Der Umgang mit empathielosen Menschen

Es ist nicht leicht, mit empathielosen Menschen umzugehen. Wichtig ist, dass du ihnen klar und deutlich sagst, was du möchtest und was nicht. Das heißt, Grenzen setzen und sich nicht auf Manipulationen einlassen. Sie wissen nicht, was du denkst und können nicht nachempfinden, wie es dir geht.

Deshalb musst du das klar und deutlich kommunizieren. Es kann aber auch passieren, dass du sie dadurch verwirrst, weil es ihnen schwerfällt, das Innenleben der Mitmenschen zu begreifen. Versuche dann ruhig zu bleiben und erkläre es ihnen noch mal. Außerdem musst du dich nicht ausnutzen lassen.

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Gegenüber nur auf seinen Vorteil bedacht ist und es ihm vollkommen egal ist, wie es dir geht, darfst du die Flucht ergreifen. Das muss sich niemand gefallen lassen. Nicht jeder, der sich etwas mehr um sich selbst sorgt, leidet gleich unter Empathielosigkeit. Erst wenn eine regelrechte Gefühlskälte (Alexithymie) vorliegt, ist das der Fall.

Doch auch in diesem Fall solltest du diesen Menschen nicht gänzlich verurteilen. Es gibt meist eine Ursache für dieses Verhalten. Kein Mensch kommt egoistisch und empathielos auf die Welt. Vielleicht kannst du dem Betroffenen Mut machen, sich professionelle Hilfe zu suchen.

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