Was ist das laterale Denken

Das laterale Denken besteht als kreative Denkmethode, um auf fantasievolle Weise ein Problem zu lösen.

Ein Synonym für diese Denkweise nennt sich nicht-lineares Denken. Mehrere Faktoren unterscheiden die beiden Denkprozesse voneinander. Die lineare oder vertikale Methode verläuft in einem geübten Muster.

Dabei stützt Du Dich auf Erfahrungen und verwendest Logik. Dagegen basiert eine laterale Denkmethode auf unterschiedlichen Grundsätzen. Beispielsweise erlaubst Du Dir, vorliegende Informationen subjektiv zu bewerten.

Ebenfalls prägt sich der laterale Denkprozess durch eine selektive Informationsverarbeitung.

Bei dieser erfasst Du die Details intuitiv und vermeidest eine tiefergehende Analyse. Die freie und kreative Denkmethode erlaubt Gedankensprünge und Assoziationen. Dadurch kommt es unter Umständen zu fehlerhaften Zwischenergebnissen.

Zusätzlich vermeidest Du bei dieser Art zu Denken die Ja-oder-Nein-Entscheidung. Um eine Problematik durch Kreativität zu lösen, helfen ebenfalls nicht durchführbare Lösungsvorschläge. Sie unterstützen Dich dabei, den bestehenden Sachverhalt aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Was prägt das laterale Denken?

Beim lateralen Denken kommt es darauf an, konventionelle Muster zu durchbrechen und infrage zu stellen. Beispielsweise suchst Du bewusst nach der unwahrscheinlichsten Problemlösung. Bei diesem Denkprozess spielen die Flexibilität von Ausgangssituation und Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Brichst Du aus logischen Mustern aus, erhältst Du unterschiedliche Denkergebnisse. Diese entsprechen nicht zu 100 Prozent der gewünschten, festgelegten Lösung. Dafür bieten sie Deinen Gedanken und Ideen freien Raum.

Durch die besondere Struktur existiert ein Zusammenhang zwischen dem lateralen und dem divergenten Denken.

Bei der kreativen Denkmethode gibt es vier Prinzipien, die sich in diesen Schritten aufschlüsseln:

  1. Zunächst erkennst Du die beherrschende Denkvorstellung.
  2. Danach suchst Du nach einer alternativen Betrachtungsweise.
  3. Du lockerst die strikten Denkvorstellungen beim vertikalen Denken.
  4. Zuletzt erweist sich der Zufall als wichtiges Element des lateralen Denkens.

Beispiele für laterales Denken

Das laterale Denken zielt auf den Ausbruch aus starren Gedankenmustern ab. Dadurch lernst Du, Deine Fantasie zu gebrauchen. Fünf Beispiele aus verschiedenen Lebensbereichen veranschaulichen den besonderen Denkprozess.

1. Beispiel: Humor als laterale Denkmethode

Ein charakteristisches Beispiel für das nicht lineare Denken stellt ein Witz dar. Hierbei führt eine Anekdote zu einer Erwartungshaltung. Durchbricht die Pointe diese, empfindet der Mensch Vergnügen. Witze durchbrechen die Logik. Sie erlauben auch unmögliche Ausgangs- oder Endsituationen. Um sie dennoch zu verstehen, brauchst Du eine Vorstellung der lateralen Denkweise.

2. Beispiel: Durch nicht lineares Denken alltägliche Dinge zweckentfremden

Ebenso gehört es zur lateralen Denkweise, einem Alltagsgegenstand einen neuen Nutzen zu verleihen. Beispielsweise findest Du einen Bierkrug, den Du als Blumenvase benutzt. Um eine Zweckentfremdung zu verwirklichen, schaust Du Dir die Eigenschaften des jeweiligen Gegenstandes an. Danach überlegst Du, für welchen anderen Einsatz sich diese eignen. Beim lateralen Denken kommt es weniger auf die Logik sowie die Praktikabilität an. Vielmehr steht eine kreative, fantasievolle Problemlösung im Fokus.

3. Beispiel: Bekannte Lösungen bewusst abändern

Des Weiteren erlaubt es das laterale Denken, eine bereits bekannte Lösung zu verändern. Dabei fallen die Unterschiede zum linearen Denken ins Auge. Beispielsweise schaust Du Dir eine Tube mit Flüssigkleber an. Du weißt, in dem Behältnis befindet sich eine klebende Masse. Mit dieser leimst Du Gegenstände aneinander, fertigst Bastelarbeiten oder reparierst Dinge. Bei einem nicht linearen Denkprozess ordnest Du der Klebertube nicht direkt eine Eigenschaft dazu. Damit bekommen Deine Ideen Spielraum und das Denken ändert die Richtung.

Als Beispiel vergleichst Du das Äußere der Klebertube mit ähnlich aussehenden Gegenständen. In der Form ähnelt sie einer Zahnpastatube. Folglich besteht die Möglichkeit, den Leim auf eine Zahnbürste zu schmieren. Alternativ erinnert die Tube an eine Senfverpackung. Daher eignet sie sich ebenfalls, um Senf auf eine Bockwurst aufzutragen. Diese bewussten Veränderungen bekannter Sachverhalte kommen in der Werbung zum Einsatz. Auf die Weise durchbricht ein Werbespot bekannte Denkmuster und fesselt die Aufmerksamkeit der Zuschauer.

4. Beispiel: laterales Denken als kreative Problemlösung

In einigen Fällen entstehen durch eine Person oder einen Umstand Probleme, die eine angenehme Gesamtsituation beeinträchtigen. Als Beispiel liebst Du Deine Arbeit, magst Deinen Chef und den Großteil Deiner Kollegen. Ein Mitarbeiter macht Dir allerdings das Leben schwer. Bei einer vertikalen Denkweise stellt ein Jobwechsel die logische Veränderung dar. Denkst Du jedoch nicht linear, schreibst Du ein Stellengesuch für den verhassten Kollegen. Dieser findet auf die Weise eine gut bezahlte Arbeitsstelle und Du genießt den beruflichen Alltag in Frieden.

Bei diesem Denkprozess erweiterst Du die gedanklichen Grenzen. Funktioniert eine erdachte Lösung nicht, stellt dies kein Problem dar. Der Sinn des lateralen Denkens besteht in einer vielseitigen Betrachtungsweise. Die eigentliche Problemlösung erweist sich als nebensächlich. Dieser Faktor ist der größte Unterschied zum strukturierten, vertikalen Denken.

5. Beispiel: durch Veränderungen positive Grundsituationen erschaffen

Ebenfalls ermöglicht es das laterale Denken, eine Situation zu Deinen Gunsten zu verändern. Dabei passt Du Deine Umgebung an Deine Vorstellungen und Wünsche an. Beispielsweise sehnst Du Dich nach einem Erholungsort im Grünen. Du wohnst aber in der Großstadt und besitzt lediglich eine betonierte Einfahrt.

Durch eine nicht lineare Denkweise entscheidest Du, diese Fläche mit grüner Farbe zu streichen und einen Liegestuhl aufzustellen. Damit veränderst Du nicht die grundlegende Situation. Indem Du aber Einfluss auf Deine Umgebung nimmst, erschaffst Du Dir Deine eigene Welt.

Vertikales und laterales Denken schließen sich nicht aus

Der Sinn des lateralen Denkens besteht darin, einen linearen Denkprozess durch das Aufzeigen alternativer Lösungen zu steigern. Daher schließen sich beide Denkstile nicht gegenseitig aus. Die nicht lineare Denkweise verändert das Denkmuster und erlaubt es, Informationen neu zu ordnen. Demnach suchst Du somit nicht den direkten Lösungsweg. Aus dem Grund bedeutet laterales Denken im Volksmund „um die Ecke denken“.

Beide Denkmuster verwendest Du bei Bedarf zusammen. Dennoch existieren zwischen ihnen gravierende Unterschiede. Das vertikale Denken zeichnet sich durch selektierte und folgerichtige Informationen sowie eine genaue Analyse aus. Bei diesem Prozess bedarf es korrekter Schritte, um letztendlich eine zufriedenstellende Lösung zu erzielen. Unwichtige Faktoren schließt das lineare Denken aus.

Dagegen erweist sich eine laterale Denkweise als sprunghaft und provokativ. Nicht jeder Denkschritt braucht eine mögliche Lösung. Als Denkender begutachtest Du jede Idee, die Dir in den Sinn kommt. Dabei erforschst Du ebenfalls unwahrscheinliche Wege. Da keine Festlegung existiert, nimmt das kreative Denken oft viel Zeit in Anspruch.