Liebe alleine ist aber nicht genug
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Die Liebe ist nicht genug und gleichzeitig ist sie alles. Sie ist das natürlichste und intensivste Gefühl, aber auch ein extrem schwieriges Unterfangen.

Doch ist sie auch der einzige Schlüssel zu einer erfüllten Partnerschaft? Du lernst in diesem Artikel 5 Wahrheiten über Beziehungen und Liebe die dir weiterhelfen werden:

Liebe ist nicht genug – Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Liebe ist das Fundament einer Beziehung, füllt diese aber nicht komplett aus!
  • Das Liebesgefühl ist im Laufe der Partnerschaft Veränderungen unterworfen!
  • Verliebtsein und Liebe sind kein Garant für eine lange und glückliche Verbindung!
  • Die Liebe zum Partner kann keine Beziehungsprobleme kompensieren!
  • Es gibt sogar Paare, die führen eine Beziehung auf Freundschaftsbasis (platonische Partnerschaft).

Die Phasen einer Beziehung

Das Liebesgefühl entwickelt sich mit dem Verlauf der Partnerschaft. Natürlich ist jede Beziehung individuell, aber es gibt bestimmte Beziehungsphasen, die allgemeingültig sind.

  1. Auf Wolke Sieben
  2. Offenheit und Vertrauen
  3. Der Alltag kommt
  4. Erwartungen an die Partnerschaft
  5. Überprüfung des Partners
  6. Die tiefe Bindung

So spürst du am Anfang die berühmten Schmetterlinge im Bauch und der Partner steht im Zentrum deiner Aufmerksamkeit.

Mit der Realität hat dieses frische Verliebtsein wenig zu tun, das Paar lebt in einer Art Seifenblase.

Dieser Ausnahmezustand pendelt sich nach geraumer Zeit ein. Der Partner wird weniger idealisiert und das Paar steht vor der Aufgabe, einen gemeinsamen Alltag zu finden. Nach dieser etwas kritischen Phase tritt an die Stelle des Hormonfeuerwerks ein tiefes Liebesempfinden.

Damit ist die Basis für eine erfolgreiche Beziehung entstanden. Das anfängliche Hochgefühl muss weichen, weil du nicht ewig so weiterleben könntest: in ständiger Ektase, kaum Schlaf und Nahrung und nur an den anderen denkend…

Die Entwicklung einer stabilen Beziehung ist so kaum möglich, schließlich wäre sie nicht alltagsfähig. Da die Natur bestrebt ist, dass Mann und Frau gemeinsam leben und eine Familie gründen, bindet sie das Paar durch eine tiefe Liebe aneinander.

Doch auch das ist kein Garant für eine lange und glückliche Lebenspartnerschaft. Natürlich ist die Liebe die beste Voraussetzung dafür. Dennoch braucht es mehr für ein gemeinsames Leben. Im Folgenden erfährst du, warum die Liebe allein nicht genügt.

5 Wahrheiten über Beziehung und Liebe

Die Wahrheit über Liebe, Copyright: fizkes bigstockphoto

1. Sich lieben und miteinander leben ist nicht dasselbe

Du liebst deinen Partner und kannst dir nichts Schöneres vorstellen, als mit ihm gemeinsam den Alltag zu bestreiten. Häufig kommt es an diesem Punkt zu ersten Unstimmigkeiten in der Beziehung.

Du verliebst dich schließlich nicht in einen Menschen, dessen Leben mit deinem kompatibel ist. Sich verlieben ist etwas, was fernab von jeder Vernunft passiert. An den Alltag wird das frisch liierte Paar wenig denken. Doch ewig lässt sich das „reale Leben“ nicht ausblenden und dieses verlangt (unter anderem) nach Rationalität und Konsequenz.

Selbstverständlich können sich ein Ordnungspedant und eine Chaotin ineinander verlieben. Solche (fälschlichen) Nebensächlichkeiten sind der Liebe ziemlich egal. Leider bringen konträre Vorstellungen und Lebensweisen unendlich viel Konfliktpotenzial mit sich.

Entweder steckt einer zurück und oder die ganze Beziehung ist ein einziger Kompromiss, was beides auf Dauer unzufrieden macht. Natürlich kommt es auch auf das Ausmaß der Diskrepanz an.

Es gilt: Zu einer glücklichen Partnerschaft gehört es auch dazu, als Paar im Alltag bestehen zu können.

2. Mit Liebe alleine lassen sich keine Probleme lösen

Die Liebe überwindet alle Hindernisse, das vermittelt uns die Filmindustrie. Mit der Realität hat das wenig zu tun. Probleme in der Partnerschaft lassen sich nicht einfach weglieben.

Klärende Gespräche und permanente Beziehungsarbeit sind hier gefragt. Verfällt das Paar bei jedem Anflug eines Konfliktes in Liebesbekundungen, ist die Liebe eine Art „Safeword“ geworden.

Das ist nicht nur unromantisch, sondern auch wenig zielführend. Bei der nächsten Gelegenheit kommt das Problem wieder zum Tragen, weil es das Paar vertagt und nicht gelöst hat. Zu einer gesunden Beziehung gehört es dazu (beziehungsinterne- oder externe) Probleme auszudiskutieren.

Im Rahmen einer anfänglichen Liaison mag es sinnvoll sein, Missstände und Sorgen auszublenden. Das gilt nicht mehr für eine ernst zu nehmende Beziehung. Schließlich ist der Partner nicht nur für die Sonnenseiten des Lebens da.

Fakt ist: Bekommt die Partnerschaft einen Riss, ist die Liebe kein ausreichendes Kit.

3. Die Liebe muss sich stets festigen

Niemand hat das Liebesgefühl dauerhaft gepachtet. Es ist ein Irrglaube, sich in der anfänglichen Eroberungsphase ins Zeug legen zu müssen und dann alles dem Zufall überlassen zu können.

Sich bewusst Zeit füreinander nehmen, gemeinsame Erinnerungen schaffen und alles Gute und Schlechte miteinander teilen. Wichtig ist es, ein gemeinsames Leben zu leben, die Liebe also greifbar zu machen. Sieht sich das Paar Gefühlsveränderungen gegenüber, ist es für das Bestehen der Liebe ausschlaggebend, wie gefestigt und wertvoll die Partnerschaft ist.

Wichtig: Damit die Liebe erhalten bleibt, muss sie gepflegt werden. Auch wenn es am Anfang der Beziehung undenkbar scheint, kann sich das Paar mit der Zeit voneinander entlieben.

4. Den Partner lieben und trotzdem Erwartungen an ihn stellen

Bedingungslose Liebe gibt es im Eltern-Kind-Kontext. Dass sie auch in einer Partnerschaft funktioniert, ist eine utopische Vorstellung.

Kinder sind bis zu einem gewissen Alter noch nicht in der Lage, etwas in die Beziehung zu investieren. Viele Menschen sehen es als erstrebenswert an, die Liebe zum Partner auch bedingungslos zu leben.

Dieser Wunsch ist durchaus romantisch und rührt noch aus Zeiten, als die Ehepartner aufeinander angewiesen waren. Heute leben wir in einer Welt voller Möglichkeiten und wollen uns selbst verwirklichen.

Absolute Sicherheit lässt sich auch in einer Ehe oder Partnerschaft nicht mehr finden. Daher gehört es zu einer Beziehung dazu, für den anderen interessant zu bleiben. Damit sind keine regelmäßigen Friseurbesuche gemeint, sondern sich geistig und emotional stetig weiterzuentwickeln.

Achtung: Heute reicht es nicht mehr aus den Partner zu gewinnen, du musst ihn auch halten können.

5. Sich täglich neu für den Partner entscheiden

Die Liebe alleine macht eine Beziehung nicht glücklich. Im alltäglichen Leben ist weder alles rosarot, noch voller Liebe. Das Leben meistern heißt, Entscheidungen treffen, Pläne schmieden, Träume verwirklichen und Niederlagen einstecken.

Viele Menschen denken, mit dem Partner und einer Beziehung finden sie ihr Glück. Natürlich ist es großartig das Leben nicht alleine bestreiten zu müssen, aber eine glückliche Beziehung entsteht nicht aus sich selbst heraus. Respekt, Wertschätzung, Gemeinsamkeiten und Bedürfnisorientiertheit gehören ebenso dazu.

Hierbei geht es auch um den Wohlfühlfaktor: Sich fallen lassen und eine tiefe Vertrautheit spüren. All das kann dich dazu bewegen, auch morgen noch mit deinem Partner durchs Leben gehen zu wollen.

Sicher ist: Der Lebensgefährte darf auch ein Stück weit der beste Freund sein.

Fazit
Paare können scheitern, auch wenn sie sich lieben. Liebe und Glück hängen nicht automatisch zusammen.

„Die Liebe ist das Fundament einer Beziehung. Ohne sie würde prinzipiell gar keine Partnerschaft zustande kommen. Doch ist sie eben auch nicht alles und gleich gar nicht kann sie alles Fehlende kompensieren.“

Eine erfüllende Beziehung ist wohl das Zusammenspiel aus Herz und Kopf. Zum einen ist es wichtig, dass ein Paar ähnliche Vorstellungen vom Leben hat. Zum anderen sollten in eine Partnerschaft Fairness, Freundschaft, Offenheit und Mitgefühl kultiviert werden.

Quellen:

Berk, E. L. (2011). Entwicklungspsychologie. München: Pearson.

Debour, S.: Verliebtheit allein reicht nicht. Warum Sie endlich aufhören sollten, an Liebes-Mythen zu glauben. Verfügbar unter: https://www.focus.de/wissen/experten/debour/blind-vor-liebe-wir-frauen-sollten-endlich-aufhoeren-an-diese-liebes-mythen-zu-glauben_id_7081264.html. Stand: 13.08.2018

Schmohr, M. (2003). Was macht Partnerschaften glücklich und stabil? Ein Test des Investitionsmodells unter Berücksichtigung der Bindungsstile. Hamburg: Verlag Dr. Kovac.