Was ist eine Psychologische Projektion – Anderen die Schuld geben?

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Psychologische Projektion

Meine Schuld ist Deine Schuld, die Psychologische Projektion

In bestimmten Situationen neigen Menschen dazu, eigene Gefühle und Gedanken auf andere Personen zu projizieren. Beispielsweise bemerkst Du bei Deinem Schwarm ausschließlich die guten Seiten.

Bei einem Unsympathen fallen Dir vorwiegend negative Charaktereigenschaften auf. Diese Art der psychologischen Projektion tritt im Alltag häufig auf. Bei vielen Menschen bestimmt sie maßgeblich die Schuldfrage. Entsprechend suchen die Betreffenden die Schuld für ein Versagen oder eine negative Situation bei ihren Mitmenschen.

Wir zeigen dir was eine psychologische Projektion überhaupt bedeutet und wie du diese Projektion für Dich durchbrechen kannst.

Die Schuld auf andere projizieren – warum geschieht das?

Bei der psychologischen Projektion handelt es sich um eine unwillkürliche Anpassung der Realität an das eigene Weltbild. Menschen nehmen ihre Umwelt sowie Ereignisse subjektiv wahr. Daher reagieren sie beispielsweise in einer Risikosituation individuell.

Der eigene Charakter sowie die Impulsivität bestimmen über das Handeln und den Umgang mit der Situation. Eine emotionale Krise entsteht beispielsweise bei einem Unfall oder einem Versagen. Dieses betrifft:

  • Leistungen in der Schule,
  • ein Projekt im Berufsleben,
  • eine Beziehung,
  • den Umgang mit Freunden und Bekannten,
  • eine Familiensituation.

Kommt es zu einem Misserfolg, belastet dieser das Selbstwertgefühl der Betroffenen. Diese wünschen sich die Anerkennung ihrer Mitmenschen. Daher fällt es ihnen schwer, die Schuld zu akzeptieren und sich selbst einzugestehen. Oft verfallen sie in die psychologische Projektion.

Den Begriff der Psychologische Projektion prägte der österreichische Psychologe Sigmund Freud. Er beschreibt die Projektion als Abwehrmechanismus.

In jeder Art beinhaltet eine Projektion das Verlagern und Übertragen eines innerpsychischen Konflikts. Stehen beispielsweise Impulse oder Emotionen im Gegensatz zu individuellen Normen, wehrt sich die Psyche gegen deren Akzeptanz. In der Folge projizierst Du die negativen Aspekte auf die Außenwelt. Vorwiegend erweisen sich Mitmenschen oder Menschengruppen als Ziel dieser psychologischen Projektion.

Negative Gefühle projizieren und Schuld abstreiten

Die psychologische Projektion tritt in zahlreichen Situationen auf. Vorwiegend Verliebte kennen das Gefühl, Eigenschaften, die sie als sympathisch und liebenswert empfinden, am Partner wiederzufinden.

Oft erweist sich in dem Fall der Wunsch als Vater des Gedankens. In der Regel entstehen dabei keine negativen Folgen für das Ziel der Projektion. Anders verhält es sich, wenn der Abwehrmechanismus aufgrund einer Schuldfrage einsetzt. Speziell bei Konflikten neigen Menschen dazu, eigene Schuld zu ignorieren und die Fehler bei ihrem Gegenüber zu suchen.

Eine Beziehung stellt ein gutes Beispiel dar. Stell Dir einen Streit zwischen Dir und Deinem Partner vor, wobei der Konflikt sich um Bindungsängste dreht. Dein Mann oder Deine Frau wirft Dir mangelndes Vertrauen vor.

Im Fall einer psychologischen Projektion nimmst Du den Vorwurf nicht an und setzt Dich mit ihm auseinander. Vielmehr versuchst Du, Deinem Partner die Schuld aufzubürden. Beispielsweise behauptest Du, er gäbe Dir Grund für Deine Bindungsangst. Bei dieser Art der Projektion geht es darum, vom eigenen Versagen abzulenken. Die Realität spielt für den Projizierenden eine untergeordnete Rolle.

Einige Menschen versuchen bewusst, ihr Gegenüber mit diesem Abwehrmechanismus zu verletzen. Dadurch verweigern sie ein Schuldeingeständnis und manövrieren sich in die Opferrolle.

Sie verlagern ihre negativen Gefühle auf die Mitmenschen und schotten die eigene Psyche vor Schuldfragen ab. Es gelingt ihnen:

  • das eigentliche Problem zu ignorieren,
  • eigene Schwächen zu überspielen,
  • sich von der inneren Last, der Schuldfrage, zu befreien,
  • sich in eine Machtposition zu bringen.

Beschuldigst Du eine andere Person, richtest Du über diese. Du nimmst eine moralische Machtposition ein und bringst Dein Gegenüber in Bedrängnis. Damit zwingst Du die betroffene Person zu einer Reaktion, die häufig in der Verteidigung besteht. Bei der psychologischen Projektion versuchst Du, Deine Umwelt für Probleme und Misserfolge zur Verantwortung zu ziehen.

Dadurch entsteht eine innere Erwartungshaltung. Du wünschst eine Veränderung der Umstände durch Fremdeinwirkung und verweigerst die Eigeninitiative.

Welche Folgen drohen bei der psychologischen Projektion?

Projizierst Du negative Gefühle auf andere Menschen, glauben diese unter Umständen an ihre Schuld. Darunter leidet ihr Selbstwertgefühl. Schlimmstenfalls kommt es zu einer dauerhaften Verschlechterung der Lebensqualität. Zudem hält Dich die Projektion davon ab, Dich mit eigenen Schwächen und Misserfolgen auseinanderzusetzen. Du nimmst Dir die Möglichkeit, eine Lösung für ein bestehendes Problem zu finden.

Die psychologische Projektion negativer Gefühle erweist sich damit als Entwicklungshindernis für Dich und Deine Umwelt. Des Weiteren besteht das Risiko, eigene Fehler zu verharmlosen. Versuchst Du, Dein Verhalten vor Dir zu rechtfertigen, unterstützt Du auf die Weise die Abwehrreaktion.

Die psychologische Projektion durchbrechen – wie geht das?

Um eine psychologische Projektion zu durchbrechen, siehst Du zunächst ein, dass es sich um einen Abwehrmechanismus handelt. Du solltest erkennen, dass Dein projizierendes Verhalten dem Wunsch nach Verantwortungslosigkeit entspringt.

Anschließend kommt es darauf an, die eigenen Schwächen und Probleme objektiv zu ergründen. Die psychologische Projektion negativer Gefühle bringt weitere Negativerfahrungen. Deshalb lohnt es sich, zu erkennen, dass das Projizieren kein Erfolgserlebnis nach sich zieht.

Personen, die unter einer Projektion leiden, verspüren neben der aufgebürdeten Schuld ein Gefühl der Ungerechtigkeit. Informieren sie den Projektor darüber, durchbricht dies den Kreislauf der Abwehrreaktionen.

Viele Menschen, die ihre Gefühle auf Mitmenschen verlagern, blenden bewusst deren Gedanken aus. Sobald sie erfahren, dass sich die Projektionsziele manipuliert oder erniedrigt fühlen, kommen sie in innere Konfliktsituationen. Diese unterstützt das Lösen eines Projektionskreislaufs.

Wie hilfst Du einem Projektor?

Projiziert eine andere Person ihre negativen Gefühle auf Dich, sprichst Du sie zunächst auf ihr Verhalten an. In der Regel sehen die Projektoren ihre Schuld nicht ein. Sie versuchen weiterhin, die Verantwortung abzuwälzen. Um das zu verhindern, schaffst Du eine eindeutige Konfliktsituation, der sich der Betreffende nicht entziehen kann. Beispielsweise erklärst Du Deine Gefühle und setzt diese ins Verhältnis mit der psychologischen Reaktion. Durch die direkte Ansprache erkennen viele Menschen die eigentliche Abwehrreaktion.

Geschieht dies, durchläuft der Projektor einen Macht- und Kontrollverlust. Er verspürt einen persönlichen Rückschlag und reagiert darauf überfordert. In dieser Situation fließen Tränen oder Angstgefühle kommen auf. Um die seelische Belastung Deines Gegenübers zu lindern, bietest Du beispielsweise Deine Hilfe an. Versucht ihr beide, das bestehende Problem zu lösen, besteht kein Grund schlechte Empfindungen zu verlagern.